2010

Grüner Bundesrat Dönmez: „Bin nicht islamophob“

Efgani Dönmez

Rassismus bei den Grünen? Der Grüne Bundesrat Efgani Dönmez wehrt sich im "Presse"-Interview gegen den Vorwurf, er gebrauche „islamophobe Diskursstrategie“. Seiner Parteikollegin Alev Korun wirft er „absurdes“ Verhalten vor.

„Die Presse“: Herr Dönmez, sind Sie islamophob?

Efgani Dönmez: Das bin ich nicht. Ich bin selbst aufgeklärter Moslem mit alevitischen Wurzeln.

Es wird Ihnen jedenfalls im kürzlich erschienenen Buch zur „Islamophobie in Österreich“ vorgeworfen.

Dönmez: Ja, ich werde hier diffamiert, aber nicht, weil ich die Religion kritisiert hätte, sondern weil ich islamische Organisationen und ihre Repräsentanten kritisiere. Unter dem Deckmantel der Religion und mithilfe politischer Parteien wird in Österreich die konservativ-religiöse Politik der Herkunftsländer sogenannter muslimischer Vereine betrieben. Religion wird benutzt, um damit politisches Kleingeld zu machen. Man wirft mich in einen Topf mit rassistischen und islamophoben Personen, weil ich das zum Thema mache.

Welche Organisationen und Repräsentanten meinen Sie konkret?

Dönmez: Omar Al-Rawi als Abgeordneter der Sozialdemokraten und gleichzeitig Integrationsbeauftragter der IGGiÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anmerkung) ist meiner Auffassung nach die personifizierte Unvereinbarkeit von Politik und Religion. Hier macht die SPÖ in Wien eine ganz billige Rechnung, indem sie die wenigen jüdischen gegen die hunderttausenden muslimischen Stimmen aufrechnet. Es ist ein wesentlicher Punkt, der den SPÖ-Strategen offenbar überhaupt nicht geläufig ist, dass Omar Al-Rawi nicht jenes Sprachrohr aller Muslime in Österreich ist, als das er gilt. De facto ist es so: Die IGGiÖ vertritt nur ein Prozent der über 400.000 Muslime in Österreich.

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