Bundesversammlung 2012 - Wahl des neuen Vorstandes
Am 30. März 2012 fand im Cafe-Restaurant Wunderer in Wien 14 die Bundesversammlung des Freidenkerbundes statt.
Anbei der Newsletter 3/2012 an unsere Mitglieder und Abonnenten:
Liebe Gesinnungsfreundin, lieber Gesinnungsfreund
Liebe Mitglieder,
Als neuer Vorsitzender des Vorstandes möchte ich mich allen Mitgliedern, auch jenen vorstellen, die bei der Abstimmung nicht dabei sein konnten.
Meine Person steht dabei nicht im Mittelpunkt, sondern die Zukunft des Vereins. Ich hoffe, dass ich mit meinem Hintergrund viel für den Verein tun werde können. Nur so viel: Ich bin ausgebildeter Naturwissenschaftler, habe aber mein ganzes Leben im Management verbracht und hoffe daher, zielführende Projekte nicht nur zu entwerfen, sondern auch umsetzen zu können.
Ganz wichtig erscheint mir, dass wir in Zukunft weniger gegeneinander als miteinander agieren, um unsere bescheidenen Kräfte zu bündeln und ich werde all meine Kraft dafür einsetzen, als Teamplayer zu agieren, wie in meinem Berufsleben bisher auch. Daher wird mein wichtigstes Projekt die Zusammenführung der bisher getrennt agierenden Freidenker-Organisationen sein.
Um also Streitereien vorzubeugen, haben wir Vorarbeiten geleistet und Satzungen und Positionen entworfen. Die sind für uns bindend, bis es neue gibt. Das ist jederzeit möglich, aber nicht von heute auf morgen. Das erfordert Disziplin und Ordnung, ohne das geht es halt nicht. Das ist Teil unserer Denkschule, dass wir uns selbst die Ordnung geben, aber uns dann auch daran halten.
Es gibt einen Berg Arbeit, der nur gemeinsam bewältigt werden kann. Wir brauchen jedes Talent, jeden Mitdenker, jedes beitragszahlende Mitglied, jeden Spender wie einen Bissen Brot. Wir werden gerne auch mit Einzelkämpfern und Kleingruppen zusammenarbeiten, ich bin aber nicht bereit, unser Kraft dafür zu verschwenden, Sträuße mit anderen Gruppen auszufechten, die letztlich nur in einer Schwächung der eigenen Positionen münden.
Strategisch gibt es nur eine Blickrichtung: Die Öffnung des Vereins! Bisher waren wir sehr stark mit uns selbst beschäftigt, jetzt sollen wir uns damit befassen, neue Leute anzusprechen und als Mitglieder zu werben. Das wird realistischerweise in der heutigen Zeit der sinkenden Mitgliedszahlen in Vereinen nur gelingen, wenn wir auch etwas anzubieten haben.
Wir haben tolle Projekte vor. Zwei sind schon gelungen: Unsere Zeitung und unsere neue Homepage! Beide kommen hervorragend an. Die Homepage hat bereits das erste Ziel erreicht: eine Verdopplung des Verkehrs. Ein weiteres Projekt ist der öffentliche Verkauf der „FreidenkerIn“. Wir werden uns politisch stärker einmischen und unseren Standpunkt öffentlich vertreten.
Dazu werden wir eine Pressekonferenz in nächster Zukunft abhalten und uns mit Personen des öffentlichen Lebens vor der Presse treffen. Am Freitag den 30.3. haben wir dies bereits mit Carsten Frerk, dem renommiertesten Kirchenkritiker Deutschlands in Finanzfragen, und der Grünen Abgeordneten Musiol getan, was auch in den Nachrichten kommentiert wurde. In einer Woche, am 11.4. kommt die bekannte Ex-Muslimin Mina Ahadi (Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland) und Hartmut Krauss (Vorsitzender der GAM) auf Einladung der Freidenker nach Österreich.
Wir werden aber langfristig nicht nur von Kirchenkritik leben können, denn man muss Positives anbieten. Daher ist ein wichtiges Projekt, die Abhaltung von Veranstaltungen, die für unser Gedankengut werben. Solche Aktionen haben eine tolle Synergie mit klassischer Werbung und werden daher die Werbung viel effektiver machen. Wir hoffen, schon in Kürze mehr darüber berichten zu können.
Weiters werden wir langfristig versuchen, auch Riten wie Willkommens- und Verabschiedungsfeiern anzubieten. Ganz wichtig ist für uns, dass wir ein Kompetenzzentrum für die Beurteilung von Säkularität aufbauen, wo sich Eltern über Schulen, Verwandte von Senioren über Altersheime und so weiter erkundigen können, ob es dort in unserem Sinne säkular zugeht oder nicht. Das ist allerdings ein sehr komplexes Projekt und erfordert internationale Zusammenarbeit.
Diese muss unbedingt gefördert werden und ich habe bereits mit verschiedenen Leuten Kontakt aufgenommen. Es macht nicht Sinn, dass wir das Rad neu erfinden. Wir werden sicher vieles übernehmen, was andere schon erfolgreich praktiziert haben. Das spart Ressourcen. Wir sollten uns bewusst sein, dass wir ein weltumspannendes Projekt sind, das damit gleichzeitig zum Friedensprojekt wird, während Religionen immer nur Konflikte geschürt haben.
Plato sagte auf die clevere Frage, was man tun muss, um andere von seiner Einstellung zu überzeugen, nur zwei Worte: „Lebe danach!“
Ich freue mich, jeden von Euch kennen zu lernen und von Euch Gedanken, Anregungen, aber auch Kritik und Verbesserungsvorschläge zu bekommen. (
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Mit freidenkerischen Grüßen
Gerhard Engelmayer
Weiter geht es mit ein paar Impressionen von der Bundesversammlung:
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