Freidenker Österreich



Positionen

Der Freidenkerbund ist eine Gesinnungsgemeinschaft und steht in der Tradition der europäischen Aufklärung. Er fühlt sich daher den Werten der Demokratie, der Menschenrechte und der Wissenschaft verpflichtet. Aus diesem Grund engagieren wir uns für den Humanismus, kritisieren die unzeitgemäßen Privilegien der etablierten Religionsgemeinschaften und treten für einen säkularen Staat ein und für die Vermittlung eines rational-humanistischen Weltbildes.

"Es gibt nichts in der Natur, was derselben als Schlechtigkeit zugerechnet werden kann"
Baruch Spinoza

Wofür steht der Freidenkerbund?

Vernunft – Menschlichkeit - Daseinsfreude

- Für freies, kritisches und selbständiges Denken
- Für Menschenrechte und Selbstbestimmung
- Für einen säkularen Staat mit Freiheit für Religion und von Religion
- Für Vernunft und Aufklärung in der Politik
- Für ein wissenschaftliches Weltbild auf Basis von Evidenz
- Für Lebensfreude und eine positive Einstellung zu Körper und zu Sexualität
- Für den modernen Lebenskundeunterricht
- Für eine kritische Haltung gegenüber Religionen und Ideologien, die freies Denken behindern und eine Nähe zu totalitären Ideen aufweisen.

Religionskritik

Religionen haben sicher auch positive Auswirkungen in Richtung Motivation zu Gemeinsamkeit, Identität und Lebenshilfe.

Aber um welchen Preis?

Religionen wirken tief in die Gesellschaft und in die Psyche jedes einzelnen hinein. Dort bewirken sie in unterschiedlichen Ausmaß

- Fremdbestimmung
- Statik im Denken
- Ungleichbehandlung
- Hierarchiegläubigkeit
- Bildungs- und Wissenschaftsfeindlichkeit
- Körperfeindlichkeit und das
- Wahrheitsbesitzdenken

Sie berufen sich auf Überlieferungen, die jeweils einer Auslegung bedürfen. Diese ist von vielen Faktoren abhängig und kann im Einzelfall völlig gegensätzlich ausfallen, wodurch der Willkür Tür und Tor geöffnet ist. Jedenfalls dient sie aber meist den Interessen der jeweiligen Machthaber und selten denen der gläubigen Bevölkerung.

Unterm Strich fällt die Beurteilung der kirchlichen Aktivitäten katastrophal aus:

Das Ergebnis nach Jahrhunderten der kirchlichen Tätigkeit sind ungeheure Reichtümer auf Seiten der Kirche, die allein in Österreich in die Milliarden gehen, während die Gläubigen ihr letztes Hemd gegeben haben, um ihr Seelenheil zu retten. Zurück blieb ein Heer von Hilflosen, Betrogenen und Ausgebeuteten. In den meisten Fällen sind die „Spenden“ nicht freiwillig erfolgt. Wenn zur Zeit der Hexenprozesse jemand „angesagt“ wurde, endete das fast immer mit der Verurteilung zum Scheiterhaufen und Einziehung der Güter. Während der Gegenreformation wurden die Protestanten gezwungen, wieder katholisch zu werden. Weigerten sie sich, hatte das meist die Beschlagnahme des Besitzes und die Ausweisung zur Folge, oft auch die Exekution. Alle diese Unrechtgüter flossen in das bald riesige Vermögen der Kirche. (Goethe: „Die Kirche hat einen großen Magen!“) Nach den diversen Umbrüchen, in denen die Kirche dieses Vermögen teilweise verloren hat, wurde beschlossen, die Kirche dafür mit einer jährlichen Zahlung zu entschädigen, sie macht derzeit in Österreich rund 44 Mio € aus. Über diese Zahlungen wirkt die Ausbeutung unserer Vorfahren Jahr um Jahr nach.

Das gesellschaftliche Ergebnis ist noch viel katastrophaler. Denn welche Defizite Fremdbestimmung, statisches Denken, Stammesdenken, Realitätsprobleme und Bildungsfeindlichkeit haben, das lässt sich natürlich nicht berechnen. Wir erkennen aber ganz klar den riesigen Unterschied im Lebensstandard und in der Lebensqualität von religiös geprägten Ländern und säkular geführten Ländern.

Politische Ziele

1. Trennung von Staat und Religion (Säkularität), keine Privilegien und kein politischer Einfluss für Religionsgemeinschaften, der Staat muss neutral bleiben

2. Abschaffung des überholten Blasphemieparagraphen §188 (Herabwürdigung religiöser Lehren), der für eine moderne Gesellschaft eine Schande darstellt

3. Die Abschaffung des Konkordates mit der katholischen Kirche, das von der austrofaschistischen Regierung vor dem zweiten Weltkrieg geschlossen wurde und das eine Reihe von Privilegien für die Kirche festlegt. Gleiche Gesetze für alle, also eine klare Priorität der staatlichen Gesetze über den religiösen oder kirchlichen. Keine Zulassung von Sharia.

4. Gleichstellung der Weltanschauungs- mit Religionsgemeinschaften als Körperschaft öffentlichen Rechts u.a. durch Förderung humanistisch geführter Kindergärten und Schulen, als Alternative zu konfessionellen KG, Spenden, etc.

5. Säkularitäts -Transparenz in Institutionen, vor allem an Schulen und Förderung von humanistischen Bildungsinitiativen an Schulen (z.B. über "Frieden")

6. Ethik- und Religionen-Unterricht, über unterschiedliche Wertvorstellungen, Weltanschauungen und Religionen, durchgeführt von professionellen Lehrern, nicht von konfessionellen (also keine ehemaligen Religionslehrer), weil diese in ihrer Lehrbefugnis der Religionsbehörde gegenüber verpflichtet sind und mit den Zielen des Ethikunterrichtes in einen Gewissenskonflikt kommen könnten (siehe Enzyklika "Fides et ratio": "Der Glaube hat Vorrang vor Vernunft").
Keine religiös geführten Kindergärten, weil Kinder leicht zu Opfern von Indoktrinierung werden. Kinder sollen sich nicht als religiöse Gegner erfahren, sondern als pluralistische Gemeinschaft. Diversität ist zu fördern statt Uniformität im Sinne des übergeordneten Zieles der Integration. Werte, die für alle Mitglieder der Gesellschaft gelten, sollen den jungen Menschen auch gemeinsam vermittelt werden.

8. Selbstbestimmung, auch am Ende des Lebens

9. Vorrang für Wissenschaft und Bildung

10. Eine humane Behandlung und erfolgreiche Integration von Flüchtlingen auf der Basis von gemeinsamen grundlegenden Werten unserer Gesellschaft